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Ein kloster aussergewöhnlich erhalten
 
Der Plan von Fontfroide ist ein perfektes Beispiel der klösterlichen Stadt, so wie sie der heilige Benedikt entworfen und der heilige Bernhard präzisiert hat.
 
 
 
Als Idealstadt befriedigt das Kloster zuerst die Bedürfnisse einer Gemeinschaft, die sich von der Welt zurückgezogen hat. Der Regel folgend "wenn es möglich ist, soll das Kloster so gebaut werden, dass alles Unerlässliche - das Wasser, die Mühle, der Garten - sich im Innern der Anlage befinden sollen und sich dort die verschiedenen Tätigkeiten ausüben lassen" (Ordensregel C 66.6). Das Kloster ist aber nicht einfach eine Ansammlung von Gebäuden, verbunden mit einer Kirche. Was diese Anlage besonders auszeichnet, ist vielmehr der stets gleichbleibende Plan der unterschiedlichen Funktion der Gebäude. Zusammen bilden sie das klösterliche Geviert, das den Mönchen einen Lebensbereich bietet, der an die strengen Erfordernisse der klösterlichen Gemeinschaft angepasst ist.
 
 
 
 
 
 
 Die Anordnung der Gebäude folgt demnach den strengen funktionalen Anforderungen und gleichzeitig soziologischen Kriterien.
 
 
 
 Das Vorhandensein des Wassers bestimmt immer die Lage der Gebäude - es bewässert die Gärten, es fliesst im Kreuzgang und im Brunnenhaus, es treibt die Mühle an und speist die Fischteiche. In genau festgelegten Bereichen spielen die wesentlichen Szenen klösterlichen Lebens. Es gibt den Bereich für das Gebet (Kirche und Kreuzgang), für die Arbeit (Schreibstube und Gärten) und für die Ruhe (Schlafsäle).
 
 
 
 
 
 Schliesslich ist das Kloster auch so angelegt, dass es jedem Teil der Gemeinschaft einen bestimmten Platz zuweist. Der den Mönchen vorbehaltene Teil mit der Kirche und dem Kreuzgang und ihren anderen Gebäuden schliesst sich im Osten an das Querschiff der Kirche an und erlaubt so den direkten Zugang zu den Gottesdiensten und Gebetsstunden. Die "domus conversen", die Laienbrüder, leben und arbeiten ausschliesslich in dem Teil der Klosteranlage, die sich der Welt öffnet. Diese beiden Bereiche bilden eine Einheit als gesamte Anlage, die durch eine Umfriedung jedem weltlichen Besucher den Zutritt verwehrt.

 
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